PUBLIC DEBATE

Dialogreihe Wissensräume unserer Gesellschaft
# 3 Stätten kultureller Bildung

Dienstag, 11. Mai 2021, 18.30 Uhr, live aus dem Haus der Kulturen der Welt


In der fünfteiligen Dialogreihe des ANCB in Zusammenarbeit mit der Bundesstiftung Baukultur werden die vielfältigen und wechselwirksamen Beziehungen zwischen Wissen und Raum beleuchtet und auf mögliche zukünftige Szenarien projiziert.

#3 Stätten kultureller Bildung
Di. 11 Mai 2021, 18.30 Uhr live aus dem Haus der Kulturen der Welt
Kultureinrichtungen aller Art – seien es Museen, Galerien, Theater oder auch Baukulturzentren – haben stets einen Bildungsauftrag. Von jeher sind sie Orte der Bildung und Vermittlung, in denen kulturelles Wissen in der Gesellschaft weitergegeben wird. Ihrer Bedeutung als allen zugängliche, öffentliche Räume werden sie allerdings nicht immer vollumfänglich gerecht. Im Rahmen des dritten Events der Dialogreihe wird kritisch hinterfragt, wie sich diese außerschulischen Lernorte und Wissensräume heute entfalten können. Inwieweit müssen sie sich mit der Umsetzung ihres Bildungsauftrags an sich ändernde Bedürfnisse und zukünftige Notwendigkeiten anpassen? Welchen Nutzen können sie als Orte der Kommunikation und Begegnung für die Gesellschaft stiften? Und welche Rolle spielt dabei die Baukultur?

Teilnehmende
Ellen Blumenstein
gründete als erste Kuratorin der HafenCity 2017 das Projekt IMAGINE THE CITY in Hamburg. Dort begleitet sie Europas größtes innerstädtisches Stadtentwicklungsprojekt durch langfristige Eingriffe in den urbanen Raum, um im Stadtteil kulturelle Anliegen einer diversen Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Derzeit konzipiert sie außerdem mit Heinz Bude einen Podcast zum Gründungsmythos der documenta. Im Zentrum ihrer kuratorischen und publizistischen Arbeit stehen die Entwicklung neuer Formate der Kulturproduktion sowie deren Vermittlung.

Sónia Vaz Borges
ist militant interdisziplinäre Historikerin und aktuell Forscherin an der Humboldt Universität und Autorin des Buches Militant Education, Liberation Struggle, Consciousness: The PAIGC education in Guinea Bissau 1963-1978. (Peter Lang, 2019).

Tom Holert
ist Kunsthistoriker und Kurator des Forschungs- und Ausstellungsprojekts Bildungsschock. Lernen, Politik und Architektur in den 1960er und 1970er Jahren im HKW, Berlin; er gehört dem Vorstand des Harun Farocki Instituts in Berlin an und ist Autor u.a. von /Knowledge Politics. Contemporary Art's Epistemic Politics/ (2020) und /Politics of Learning, Politics of Space. Architecture and the Education Shock of the 1960s and 1970s/ (2021).

Alexander Schwarz arbeitet seit 1996 für David Chipperfield Architects und ist seit 2011 Partner im Berliner Büro. Als Design Director ist er dort für die Gestaltung zahlreicher Projekte verantwortlich, darunter das Neue Museum und die James Simon Galerie auf der Berliner Museumsinsel, das Literaturmuseum der Moderne in Marbach und das Museum Folkwang in Essen. Darüber hinaus ist er Professor am Institut für öffentliche Bauten und Entwerfen der Universität Stuttgart.

Reiner Nagel
ist Architekt und Stadtplaner und seit 2013 Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur. Zuvor war er Abteilungsleiter in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin für die Bereiche Stadtentwicklung, Stadt- und Freiraumplanung. Er ist Lehrbeauftragter an der TU Berlin im Bereich Urban Design und Mitglied der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung und außerordentliches Mitglied des Bundes Deutscher Architekten (BDA).

Moderator: Lukas Feireiss arbeitet als Kurator, Künstler und Autor in der internationalen Vermittlung von Kunst, Kultur und zeitgenössischer Reflexivität jenseits disziplinärer Grenzen. Er ist Herausgeber und Kurator zahlreicher Bücher und Ausstellungen im Bereich Kunst, Design und Architektur. Als Lehrbeauftragter ist er an verschiedenen Universitäten im In- und Ausland tätig.

NÄCHSTE VERANSTALTUNGEN

#4 Baukultur trifft Alltag 
Mo. 14. Juni 2021
Allzu oft vermitteln Architekturzeitschriften und Museen ein geschöntes Bild der Wirklichkeit, indem sie allein die herausragenden Beispiele zeigen, den weniger befriedigenden Durchschnitt hingegen ausklammern. Die vierte Veranstaltung der Baukultur-Dialogreihe richtet das Augenmerk auf Architekturen des Alltags und hinterfragt, ob wir dieser ebenfalls entworfenen Umwelt die gleiche Wertschätzung als potenzielle Wissensräume entgegenbringen und was von diesen Bauten baukulturell gelernt werden kann.

#5 Lernort Stadt
Fr. 3. September 2021
Jenseits klassischer Bildungseinrichtungen bietet auch die Stadt selbst unzählige Möglichkeiten des Lernens. Im öffentlichen Raum der Stadt lernen wir Dinge, die sich nicht auf den Lehr- und Lernplänen der Institutionen und im Programm der Kultureinrichtungen wiederfinden. Somit widmet sich die Abschlussveranstaltung der Dialogreihe der Stadt als einem allen zugänglichen Möglichkeits-, Handlungs- und Wissensraum.

VORIGE VERANSTALTUNGEN

#1 Wissensspeicher der Architektur
Do. 18. Februar 2021
Den Auftakt der Reihe bildete ein Online-Panel zu verschiedenen Wissensspeichern von baukultureller Bedeutung. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Digitalisierung von Wissen widmete sich die Diskussion konkreten Medien der Wissensvermittlung. Die Teilnehmenden reflektierten aus ihren persönlichen "Wissensräumen" heraus über die inhaltliche wie bauliche Bedeutung und die Nutzung von Bibliotheken und Archiven.

Teilnehmende

Diébédo Franics Kéré ist ein aus Burkina Faso stammender Architekt, der seit 1985 in Deutschland lebt und in Berlin das international tätige Architekturbüro Kéré Architecture leitet. Typisch für Kérés Projekte ist die Verwendung lokaler Materialien, der Einsatz traditioneller Handwerkstechniken, eine nachhaltige Bauweise sowie eine Grenzen und Kulturen transzendierende Perspektive.

Werner Oechslin ist ein Schweizer Kunst-und Architekturhistoriker. Von 1985 bis zu seiner 2009 erfolgten Emeritierung war er Ordinarius für Kunst- und Architekturgeschichte an der ETH Zürich und zudem von 1987 bis 2006 Direktor des Instituts für Geschichte und Theorie der Architektur (gta). Im Juni 2006 eröffnete die Bibliothek Werner Oechslin in Einsiedeln mit einem Gesamtbestand von über 50.000 Büchern.

Barbara Schneider-Kempf ist eine deutsche wissenschaftliche Bibliothekarin und seit 2004 Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin. Die studierte Architektin hat in den letzten dreißig Jahren zahlreiche prominente Funktionen im nationalen und internationalen Bibliothekswesen wahrgenommen.

#2 Orte des Lernens
Do. 18. März 2021

Kindertagesstätten, Schulen und Universitäten sind als Bildungseinrichtungen wichtige Institutionen unserer Gesellschaft. Diskutiert wird aus architektonischer wie pädagogischer Sicht die räumliche Dimension von zeitgenössischen Wissenslandschaften. Gefragt wird, welchen Lernkulturen folgend diese entworfen werden und wie neue Räume des Lernens aussehen können, die sich über existierende Raumformate hinwegsetzen wie auch Gelungenes und Bewährtes in neue Formen bringen. Schließlich prägen diese Orte über ihre Gestaltung die Menschen, die in ihnen lernen und erfüllen in diesem Sinne einen baukulturellen Bildungsauftrag. Als oftmals (teil-)öffentliche Räume sind sie essentielle Bausteine einer funktionierenden Gesellschaft. Hier ist, auch mit einem Blick ins Ausland, noch großes Potenzial zu heben.

Teilnehmende

Tatjana Schneider ist Stadtforscherin und Professorin für Architekturtheorie an der TU Braunschweig. Dort leitet sie seit 2018 das Institut für Geschichte und Theorie der Architektur und Stadt (GTAS) und die Sammlung für Architektur und Ingenieurbau (SAIB). Sie forscht, diskutiert, schreibt über und leistet Widerstand gegen gewaltsame – ausbeutende, spekulative und ausschließende – Produktionen von Architektur, Stadt und Raum.

Vera Hartmann ist seit 2000 bei Sauerbruch Hutton tätig. Als Projektleiterin betreut und verantwortet sie in allen Leistungsphasen Projekte mit einem Schwerpunkt im Bereich Wohnungs- und Bildungsbau. Neben dem Planen von Neubauten, zählt das Bauen im Bestand und die Innenarchitektur zu ihren Spezialgebieten. Seit 2020 ist sie Partnerin bei Sauerbruch Hutton.

Christina Werner ist Geschäftsführerin des Instituts für Raumexperimente e. V.. Sie war seit der Gründung des Instituts für Raumexperimente an der Universität der Künste Berlin (2009-2014) als Co-Direktorin für den Aufbau und das Programm des von Olafur Eliasson geleiteten Instituts verantwortlich. Die Aufgaben umfassen neben der Entwicklung und Durchführung der Lehre, kuratorische, moderierende, administrative und evaluative Funktionen.

Reiner Nagel ist Architekt und Stadtplaner und seit 2013 Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur. Zuvor war er Abteilungsleiter in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin für die Bereiche Stadtentwicklung, Stadt- und Freiraumplanung (seit 2005). Reiner Nagel hat seit 1986 in verschiedenen Funktionen auf Bezirks- und Senatsebene für die Stadt Hamburg gearbeitet, zuletzt ab 1998 in der Geschäftsleitung der HafenCity Hamburg GmbH. Er ist Lehrbeauftragter an der TU Berlin im Bereich Urban Design und Mitglied der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung und außerordentliches Mitglied des Bundes Deutscher Architekten (BDA).

HINTERGRUND
Aufbauend auf der Arbeit der Bundesstiftung Baukultur zum Baukulturbericht 2020/21 Öffentliche Räume und der aktiven Rolle des ANCB als zentralem Wissensort in Berlin sollen in der gemeinsamen Veranstaltungsreihe Wissensräume unserer Gesellschaft Prämissen für deren Gelingen identifiziert werden. Wissen und Raum werden hierbei nicht als statischer Zustand, sondern als sich gegenseitig beeinflussende, fluide Prozesse betrachtet. Im Vordergrund stehen die Formierungen von Wissensräumen als auch von Raumwissen aus Sicht von Architektur und Stadtplanung, Pädagogik und Soziologie, Politik und Zivilgesellschaft. Hinterfragt wird unter anderem, welchen Beitrag Institutionen der räumlich gebundenen Wissensvermittlung wie Schulen, Universitäten, Museen, Bibliotheken, Archive aber auch informelle Bildungsorte innerhalb des Stadtraums zur öffentlichen Zugänglichkeit von Wissen bereits leisten und in Zukunft noch leisten können. Auch wird der Frage nachgegangen, inwiefern sich Form und Funktion von Wissensräumen innerhalb unserer Gesellschaft gegenseitig beeinflussen. Die Dialogreihe greift darüber hinaus die Frage auf, welchen gesellschaftlichen Nutzen Wissensräume über ihren eigentlichen Zweck hinaus erzeugen können, indem hermetische Funktionsgrenzen aufgebrochen werden und informelle Wissensvermittlung stärker Beachtung findet.

In Zusammenarbeit mit
Bundesstiftung Baukultur


FORMAT
Die Veranstaltung wird live auf Vimeo aus der Ausstellung Bildungsschock im Haus der Kulturen der Welt übertragen. Die Videoaufnahme wird im Anschluss dauerhaft zugänglich gemacht, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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